HISTORISMUS 1830-1918

Der Historismus geht einher mit dem wirtschaftlichen Aufschwung durch den Aufbruch in  das Maschinenzeitalter. Die Industrialisierung beginnt und das Großbürgertum kommt zu Wohlstand. Im kunsthistorischen Sinn ist der Historismus als das Aufgreifen und Verwenden vorangegangener Stile zu verstehen. Es ist eine Zeit des Durcheinander der Stile. Verschiedene Stile erscheinen zeitgleich, werden miteinander kombiniert oder in modifizierter Form dargestellt.  Gleichzeitig werden neue Materialien maschinell verarbeitet. Hobel, Furnierschneider, Drechselmaschine und Kreissäge erleichtern die Anfertigung.    Vieles wird jetzt in Serie produziert, die Produktion von Möbeln und Innenausstattung nimmt stark zu und wird erschwinglicher.

Charakteristische Eigenschaften: Oft verwendete Holzarten sind, Eiche und Nussbaum, bei einfacheren Möbelausführungen wird Furnier auf Blindholz wie z.B Fichte oder Kiefer aufgebracht. Gusseisen findet als neues Material Verwendung, auch z.B. für Tische und Betten. Anstatt geschnitzter Dekoren werden Applikationen aus Gusseisen verwendet. Die maschinell-industrielle Möbelanfertigung ermöglicht Serienproduktionen. Rückbesinnung auf historische Stilarten wie Barock, Rokoko, Renaissance und Gotik. Asiatische, orientalische und ägyptische Stilelemente werden mit in die Gestaltung aufgenommen.